Die wichtigsten Wettmärkte

Wenn Sie an Sportwetten denken, denken Sie in der Regel darauf, ein paar Euro auf Ihre Lieblingsmannschaft zu setzen. Doch es gibt weitaus mehr Möglichkeiten, seine Wette auf verschiedene Ereignisse zu platzieren. Wir haben für Sie eine kleine Übersicht mitsamt Erklärungen der gängigsten Wettmärkte erstellt.

 

Die 3-Weg Wette (1-X-2)

Die 3-Weg Wette ist vermutlich die klassischste aller Sportwetten. Es gilt hierbei den Sieger eines Matches richtig vorauszusagen, oder ein Unentschieden vorherzusehen. Bei jedem Spiel hat man die Möglichkeit sich zwischen 1, 2 und X (manchmal auch als 0 bezeichnet) zu entscheiden, wobei die 1 für einen Sieg der Heimmannschaft steht, die 2 für einen Sieg der Auswärtsmannschaft und das X für ein Unentschieden. Spielt also beispielsweise Real Madrid zuhause gegen den FC Barcelona und gewinnt mit 2:0, so ist 1 der Gewinnertipp, während X und 2 verlieren. Hätte Barcelona gewonnen, wäre die 2 der richtige Tipp. Bei einem 1:1 Unentschieden, würden alle Tipper mit einem X gewinnen. Ein Unentschieden ist allgemein eher schwierig vorherzusagen, weshalb es meistens relativ gute Quoten hat. Sollte es sich um ein Sportereignis handeln, welches stets einen Sieger ermittelt (Eishockey, Basketball, K.O.-Runde beim Fuball), so zählt für die Wette immer die reguläre Spielzeit.

Beispiel: FC Bayern München gewinnt gegen Borussia Dortmund 2:1 nach Verlängerung. Nach 90 Minuten stand es 1:1. So geht Bayern zwar als Sieger vom Platz, der richtige Tipp wäre jedoch ein X, da hier stets das Ergebnis der regulären Spielzeit (hier 90 Minuten) zählt.

 

 

Die 2-Weg Wette (Home/Away)

Bei der  2-Weg Wette gibt es, wie der Name bereits verrät, nur zwei Optionen zwischen denen sich der Tipper entscheiden muss, das Unentschieden fällt hierbei heraus. Typische Sportereignisse für 2-Weg Wetten sind Sportarten, bei denen es von Haus aus keine Unentschieden gibt, etwa Tennis, Volleyball, Boxen oder Badminton. Spielt also Roger Federer gegen Novak Djokovic bestehen exakt zwei Möglichkeiten: entweder Federer gewinnt oder Djokovic.

Die 2-Weg Wette ist jedoch auch bei Sportarten beliebt, die zwar nach der regulären Spielzeit unentschieden enden können, jedoch immer über eine Verlängerung (oder auch Penalties oder Elfmeterschießen) einen Sieger ermitteln. Typisch wären hier Eishockey oder Basketball. Indem man nur auf den Sieger wettet, bannt man die Gefahr trotz des „richtigen Riechers“ seine Wette zu verlieren. Gewinnen etwa die Kölner Haie gegen Red Bull München mit 4:3 nach Overtime, so hätte man mit einer 1 in der 3-Weg Wette verloren, da die Partie in der regulären Spielzeit mit Unentschieden und somit X endete. Mit einem Tipp auf den Sieg der Kölner Haie in der 2-Weg Wette sichert man sich hingegen den Gewinn. Die Quoten sind, wegen der größeren Sicherheit, jedoch niedriger als in einer 3-Weg Wette.

Auch im Fußball oder anderen Sportarten mit Unentschieden, werden derartige Wetten mitunter angeboten. Hierbei sichert man sich gegen ein Unentschieden ab. Endet eine Partie Unentschieden bei der man auf einen Sieger in der 2-Weg Wette getippt hat, wird die Wette üblicherweise negiert und man erhält den Einsatz zurück. Gewinnt das Team, auf das man nicht gesetzt hat, verliert man die Wette selbstverständlich.

 

 

Die Über/ Unter Wette

Bei der Über/ Unter Wette spielt der Sieger eines Spieles keine entscheidende Rolle. Es eignet sich also immer dann, wenn man sich für keinen der beiden Kontrahenten entscheiden kann. Bei dieser Wettart ist die Anzahl der erzielten Tore bzw. Punkte (je nach Sportart), unabhängig welches Team sie erzielt, von Bedeutung. Ausgehend von einer bestimmtan Anzahl an Toren oder Punkten muss man voraussagen, ob mehr oder weniger als angegeben, fallen werden. Üblicherweise sind die Angaben in halben Punkten/ Toren, um ein eindeutiges Ergebnis zu erzielen. Bei einem anstehenden Fußballspiel kann also beispielsweise gewettet werden, dass mehr oder weniger als 1,5 Tore fallen. Tippt der Spieler, es fallen weniger als 1,5 Tore, so darf maximal 1 Tor in diesem Spiel erzielt werden, um die Wette zu gewinnen. Hierbei ist es völlig egal, ob das Endergebnis 0:0, 1:0 oder 0:1 lautet, doch sobald es 1:1, 2:0, 0:2 oder höher steht, gilt die Wette als verloren. Hierbei wäre also über 1,5 Tore die richtige Option gewesen.

In manchen Fällen wird auch eine gerade Zahl angeboten. Es kann dann gewettet werden, dass mehr oder weniger als 5,0 Tore erzielt werden. Tippt ein Spieler auf mehr als 5,0 Tore bei der Partie Kölner Haie vs Red Bull München und das Spiel endet 3:2, so wurden genau 5 Tore erzielt. Hierbei gilt die Wette weder als verloren noch als gewonnen und der Spieler erhält seinen Einsatz zurück.

 

 

Das asiatische Handicap

Das asiatische Handicap ist auf den ersten Blick etwas schwierig zu verstehen. Wie bei der europäischen Handicap-Wette wird einem Team ein fiktiver Vorsprung gewährt. Da diese Vorsprünge jedoch in der Regel als „halbe Tore“, also +/-  X,5 gewährt werden, fällt das Unentschieden als Ergebnis heraus. An einem Beispiel wird es verständlicher. Der FC Chelsea spielt gegen Arsenal und der Spieler platziert eine Siegwette mit asiatischem Handicap wie folgt: FC Chelsea +0,5. Das Spiel endet 1:1. Mit seinem Tipp werden dem FC Chelsea 0,5 Tore gutgeschrieben, was ein fiktives Ergebnis von 1,5:1 ergibt. Chelsea gewinnt das Spiel mit diesem Handicap und somit auch der Spieler. Wäre das offizielle Endergebnis 1:2, würde auch das asiatische Handicap nicht helfen, der fiktive Endstand wäre dann 1,5:2 und Arsenal hätte das Spiel trotz Handicap gewonnen. Wie man sieht, entfällt das Unentschieden als Möglichkeit.

Auch beim asiatischen Handicap gibt es mitunter Wetten auf „volle“ Handicaps (z.B. +1,0). Anders als bei der normalen Handicap-Wette, verliert man mit dem asiatischen Handicap im Falle eines Unentschiedens nicht. Setzt der Spieler also auf den FC Chelsea +1,0 und das Spiel endet 1:2 (also ein Sieg für Arsenal), ergibt sich nach dem asiatischen Handicap ein Endergebnis von 2:2. Eine klassische Handicap-Wette wäre verloren, da ein Unentschieden im asiatischen Handicap entfällt, bekommt der Spieler hier jedoch immerhin seinen Einsatz zurückerstattet.

Noch etwas komplizierter sind weitere Möglichkeiten des asiatischen Handicaps, bei dem die Wetten quasi geteilt werden. Sie werden entweder dargestellt als +/- 0,25 bzw. +/- 0,75 oder mit einer doppelten Zahl, etwa +/- 0,5/1,0. Platziert der Spieler in unserem Fall eine Wette auf den FC Chelsea mit +0,25, so gilt die Hälfte der Wette als +0,5 und die andere Hälfte als +0,0. Bei einem Ergebnis von 1:1 ergibt sich für den ersten Teil der Wette ein 1,5:1, also ein Sieg. Für den zweiten Teil der Wette ergibt sich ein 1:1 Unentschieden. Der Spieler erhält also seinen Gewinn auf die Hälfte des Einsatzes und für die zweite Hälfte erhält er seinen Einsatz zurück, da es im asiatischen Handicap kein Unentschieden gibt. Hätte er eine Wette mit +0,75 platziert würde sich einmal ein 1,5:1 und einmal ein 2:1 ergeben. In diesem Fall bekäme er auf beide Teile den Gewinn ausbezahlt.

 

 

Das europäische Handicap

Beim europäischen Handicap wird einem der beiden Teams ein oder mehrere Tore zum tatsächlichen Ergebnis addiert. So startet bei einer Handicap-Wette von 0:1 die Gastmannschaft mit einem fiktiven Vorsprung von einem Tor ins Spiel. Tippt der Spieler nun auf die Heimmannschaft (also Tipp 1 mit Handicap 0:1) muss diese mit mindestens 2 Toren Vorsprung gewinnen. In einem Beispiel tippt der Spieler auf jenes Handicap beim Spiel Real Madrid gegen FC Barcelona. Das Spiel endet 2:0 für Real Madrid. Mit dem Handicap ergibt sich ein Endergebnis von 2:1 – der Spieler hätte die Wette gewonnen. Hätte er dagegen auf ein Handicap von 0:2 getippt, stünde es nach der Abrechnung 2:2, die Wette galt somit als verloren. Die Handicap-Wette ist eine Möglichkeit die oft niedrigen Quoten eines klaren Favoriten aufzubessern, allerdings sollte man sich sicher sein, dass das Ergebnis eindeutiger ausfällt. Umgekehrt kann man die Wette auch nutzen, wenn man sich des Sieges nicht ganz sicher ist und somit seinen Tipp mit einem Handicap von 1:0 unterstützen. Endet das Spiel Real Madrid gegen FC Barcelona 1:1, gewinnt der Spieler mit der Handicap-Wette 1:0 trotzdem.

 

 

Die doppelte Chance

Die doppelte Chance kennt alle 3 Wettausgänge der 3-Weg Wette, also 1, 2, und X. Allerdings platziert man hier seine Wette, wie der Name es vermuten lässt, immer auf 2 der 3 möglichen Ergebnisse. Statistisch ergibt sich somit eine Gewinnchance von zwei Dritteln, also 66%. Insgesamt gibt es drei mögliche Kombination. 1 und X bedeutet: entweder die Heimmannschaft gewinnt oder das Spiel endet unentschieden. 2 und X beduetuet, dass entweder das Auswärtsteam gewinnt oder das Spiel endet unentschieden. 1 und 2 bedeutet schließlich, dass eine der beiden Mannschaften gewinnen wird. Bei der Partie Bayern München gegen Borussia Dortmund mit dem Ergebnis 0:1 würde sowohl die Wette 2-X gewinnen, als auch die Wette 1-2, lediglich die Wette 1-X geht verloren. Die Wette ist eine gute Möglichkeit, wenn man eine gewisse Tendenz hat und ein Unentschieden mit einschließen möchte. Allerdings haben doppelte Chancen in der Regel deutlich niedrigere Quoten als Tipps der 3-Weg Wette. Anders als bei der 2-Weg Wette gewinnt man jedoch auch noch bei einem Unentschieden (außer man spielt eine 1-2 doppel Chance). Sehr lohnenswert kann die Wette sein, wenn man an eine Überraschung glaubt. Die doppelte Chance auf den Außenseiter ist häufig gut und es reicht dann ein Unentschieden für den Wettgewinn.

 

 

Halbzeit/ Endstand

Bei der Halbzeit/ Endstand Wette tippt der Spieler sowohl auf das Ergebnis zur Halbzeit als auch auf das Endergebnis. Dabei gibt es jeweils die bekannten Tipps der 3-Weg Wette 1,2 und X. Aus den  3 möglichen Tipps zur Halbzeit und zum Ende ergeben sich insgesamt 9 Optionen (1/1, 1/X, 1/ 2, X/1, X/X, X/2, 2/1, 2/X, 2/2) wobei die erste Zahl für das Halbzeit- und die zweite Zahl für das Endergebnis steht. Tippt der Spieler beispielsweise X/1 so bedeutet das, dass es zur Halbzeit unentschieden steht und am Ende die Heimmannschaft das Spiel gewinnt. Der Tipp 2/2 würde hingegen bedeuten, dass die Auswärtsmannschaft bereits zur Pause führt und am Ende das Spiel auch gewinnt. Wichtig ist, dass die beiden Halbzeiten nicht separat voneinander betrachtet werden. Führt Real Madrid gegen Barcelona 1:0 zur Pause und gewinnt am Ende mit 2:1, so ist die zweite Halbzeit zwar faktisch 1:1 ausgegangen, dennoch geht Real als Sieger vom Platz. Die erfolgreiche Wette wäre in diesem Fall also 1/1. Besonders hohe Quoten liefern Wetten, bei denen ein Spielstand gedreht wird. Nehmen wir an Hertha BSC liegt zur Pause gegen Werder Bremen mit 0:1 zurück. Am Ende lautet das Ergebnis Hertha BSC – Werder Bremen 2:1 (0:1). Hat der Spieler eine Halbzeit/ Endstand Wette mit 2/1 platziert, ist er in diesem Fall ein Gewinner.

 

 

Korrektes Ergebnis

Die Ergebniswette ist die Königsdisziplin unter den Sportwetten. Bei dieser Wette gilt es, nicht nur die Tendenz eines Spieles vorherzusagen sondern das exakte Ergebnis. Platziere ich also eine Wette auf das Spiel FC Liverpool gegen Manchester United mit der Ergebniswette 2:1, gewinne ich nur wenn das Spiel am Ende tatsächlich exakt 2:1 für den FC Liverpool ausgeht. Auch eine richtige Differenz, etwa ein 1:0, hilft einem dann nicht. Da die Ergebniswette sehr schwierig ist, hat sie sehr gute Quoten. In Sportarten mit sehr vielen Toren oder Punkten wird die Wette in der Regel nicht angeboten, Beispiele wären Handball oder Basketball. Auch im Eishockey findet man die Ergbeniswetten nicht immer, wenn dann aber mit sehr hohen Quoten. In Sportarten, die in Sätzen ausgetragen werden (Tennis, Volleyball), können Wetten auf das Endergebnis nach Sätzen platziert werden. Es spielt beispielsweise Angelique Kerber gegen Serena Williams, wobei die Sätze 6:4; 3:6 und 6:2 ausgehen. Kerber gewinnt also am Ende mit 2:1 nach Sätzen – dies wäre dann die erfolgreiche Wette beim korrekten Ergebnis. Da die Möglichkeiten bei satzbasierten Sportarten deutlich eingeschränkt sind, sind die Quoten jedoch niedriger als etwa beim Fußball.

 

 

Beide Teams treffen

Die Wette beide Teams treffen wird vor allem bei Sportarten angeboten, in denen eher wenige Tore fallen – insbesondere beim Fußball. Entscheidend ist hier nicht der Sieger oder Verlierer eines Matches sondern die Tatsache, ob es beiden Mannschaften gelingt im Verlaufe des Spiels ein Tor zu erzielen. Bei dieser Wettart gibt es genau 2 Möglichkeiten, die eine lautet ja, die andere nein. Mit dem Tipp auf ja prophezeit der Spieler, dass es beiden Mannschaften gelingt, ins gegnerische Tor zu treffen. Angenommen der Spieler platziert eine Wette auf ja im Spiel Schalke gegen Dortmund. Schalke geht früh in Führung, doch zu Beginn der zweiten Halbzeit erzielt Dortmund das 1:1. Die Wette gilt nun sofort als gewonnen und der weitere Spielverlauf ist unerheblich. Bei einem Tipp auf nein muss der Spieler immer bis zum Ende der Partie warten, da stets Tore für beide Mannschaften fallen können. Die Gesamtzahl der Tore ist dabei nicht von Bedeutung. Auch wenn Liverpool etwa Manchester mit 5:0 besiegt, ist trotz der vielen Tore die Wette mit nein erfolgreich, da nur eines der beiden Teams getroffen hat. Selbstverständlich wäre die Wette auch dann erfolgreich, wenn keines der beiden Teams trifft, es also am Ende 0:0 steht.